Nach dem Soli jetzt der Coroni?

„Nur für ein Jahr geplant“: 1991 wurde der Solidaritätszuschlag (umgangssprachlich „Soli“) als kurzfristige Ergänzungsabgabe zur Einkommen- und Körperschaftsteuer eingeführt. Damals sollten neben den Mehrbelastungen aus dem Konflikt am Golf, der Unterstützung der Länder in Mittel-, Ost- und Südeuropa vor allem die Kosten der deutschen Einheit finanziert werden. Auch nach 30 Jahren ist der Soli noch immer nicht voll abgeschafft und beschert sogar im Corona-Jahr 2021 Milliarden an Einnahmen.

Dennoch lobt sich das Bundesfinanzministerium auf seiner Homepage für eine geschichtsträchtige Steuerentlastung selbst:

„Ab 2021 entfällt der Solidaritätszuschlag (Soli) für fast alle: Rund 90 Prozent der Lohn- und Einkommensteuerzahler*innen, die bisher mit dem Soli belastet waren, werden vollständig von der Zahlung befreit, weitere 6,5 Prozent zahlen weniger. Das ist eine der größten Steuersenkungen unserer Geschichte. Für fast alle ist also künftig „mehr drin“ – für Singles, Lebensgemeinschaften, Familien und Alleinerziehende.“

Doch was kommt jetzt noch dazu? Vielleicht „der Coroni für ein Jahr“?  Er ließe sich danach sicherlich prima als allgemeine Katastrophenbekämpfungsfinanzierung für weitere 100 Jahre umfunktionieren. Beispiele aus der Steuergeschichte gibt es dafür genug.