Von Waltraud Kämper

Gestern beim Spaziergang in meiner Nachbarschaft ist mir etwas überraschend Tolles aufgefallen, im Schaukasten einer Kirchengemeinde:

Ein lebenspraktisches Angebot für Menschen im Spagat zwischen Arbeits- und Familienanforderungen. Dem voraus ging wohl die Wahrnehmung, dass es Menschen gibt, die eine kleine Wohnung haben und dazu (kleine) Kinder – was an sich nichts Problematisches sein muss. Die Beteiligten haben sich arrangiert, man kann raus gehen auf den Spielplatz, zu Freunden, zur Oma und dort spielen, toben, auch mal schreien. Mit Corona kommt aber zusätzliches zu beengten Wohnverhältnissen dazu: Kontakte bitte einschränken und Frau oder Mann oder Beide sollen/ müssen dort jetzt auch noch arbeiten. Sie sollen Videokonferenzen durchführen, Beratungsgespräche online führen, Berichte oder Referate schreiben usw. . . Wie kann das auf Dauer gehen, wenn keine Ruhe da ist, wenn Kinder einen sehen und brauchen? Wie kann man/frau bei Dauerstress gesund bleiben, fair oder zuversichtlich?

Und dann das Angebot:

Ihr braucht Zeiten der Ruhe und konzentriertem Arbeiten – wir haben Räume, die Vormittags leer stehen und die bieten wir euch Eltern an. Kostenlos – einfach melden.

Toll, nachahmenswert – wie so manches andere, gute Beispiel, was man in Coronazeiten wahrnehmen kann… Haben Sie auch ein gutes Beispiel von Kreativität in eingeschränkten Zeiten?

Waltraud Kämper

Referentin für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt

Waltraud Kämper befasst sich als KDA-Referentin unter anderem mit Perspektiven für Zugewanderte, Integration in Arbeit, (interkulturellen) Konfliktlösungsstrategien und der Neuorientierung am Ende der Berufstätigkeit.